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Wer hat die Nähmaschine erfunden?

Was mit einer Nadel nicht zu nähen ist, das kann man auch mit zehn Nadeln nicht nähen* … oder etwa doch? Wie bei allen cleveren Erfindungen, so gab es auch bei der Nähmaschine wichtige Vorläufer und zahlreiche schlaue Köpfe, die dazu beigetragen haben, dass wird heute Nähmaschinen, wie wir sie heute kennen, nutzen können. Das Nähen selbst wurde schon früh erfunden. Einst wurden mit Gräten und spitzen Knochen genäht, dass das Zeug hielt.

Erst im 14. Jahrhundert wurde die erste Nähnadel aus Eisen hergestellt. Seit dem ist der spitze, feine Nähhelfer nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde mit der Hand genäht, erst dann kamen die ersten nennenswerten Erfindungen, die mit unseren heutigen Nähmaschinen zu vergleichen sind. Doch welche schlauen Köpfe stecken alles hinter dieser tollen Erfindung?

Die Erfinder der Nähmaschine

Wer hat die Nähmaschine erfundenInoffiziell wurde das erste maschinelle Nähen durch die Erfindung des Engländers Thomas Saint 1790 möglich. Er baute eine ganz aus Holz gefertigte Nähmaschine, die mit Vorstecher, Haken- und Gabelnadel ausgestattet war. Mit ihr konnte vornehmlich im Kettenstich genäht werden. Trotz Patent, gilt Herr Saint nicht als offizieller Erfinder unserer heutigen Nähmaschine.

In Deutschland gab es ebenfalls Bemühungen das Handnähen durch eine Maschine zu ersetzen. Hier waren es vor allem die Mühen und Anstrengungen von Balthasar Krems. Auch er konstruierte um 1800 eine Nähmaschine im Kettenstich. Diese besaß zum ersten Mal eine Nadel mit Nadelöhr an der Spitze. Innovativ war auch der Stacheldrahttransport für das Nähgarn. Genutzt werden konnte diese Nähmaschine (warum auch immer) nur zur Herstellung der Jakobinermützen. Mit diesen ist Krems dann auch in die maschinelle Produktion eingestiegen. Ein Patent hat er allerdings nicht angemeldet.

Ganze 22 Jahre arbeitet Joseph Madersperger, der offizielle Erfinder der Nähmaschine, an seinem Modell. Was ihn von all den Vorgängermodelle unterschied und warum er schließlich mit seinem Modell den Durchbruch erzielte ist der Doppelstich. Zwar durfte er zu Lebzeiten den Erfolg seiner Erfindung nicht mehr kosten; verstarb er doch keine 10 Jahre nach Fertigstellung seiner Maschine 1850 in einem Wiener Armenhaus.

Sein Modell hat es nach seinem Tod dann aber doch geschafft produziert zu werden und heute erfreuen sich nicht nur Schneider sondern auch Hobbynäher und Hausfrauen, dass man im Doppelstich nähen kann.

Doch ohne das Hinzutun des Mechanikers Elias Howe, hätte es auch Josephs Erfindung nicht zum Durchbruch geschafft. Er entwickelte das Prinzip des Doppelstichs weiter und kreierte somit die erste Doppelsteppstich-Nähmaschine. 1845 wurde somit das Prinzip erfunden, auf dem auch unsere heutigen Nähmaschinen beruhen. Weiterentwicklung erfuhr das Modell von Howe durch Isaac Merritt Singer. Er schaffte einen kontinuierlichen Stofftransport und verpasste der Nähmaschine eine senkrechte Nadelstange. Die Nähmaschine war publikumstauglich … noch mehr: die Nähmaschine ward geboren!

* chinesisches Sprichwort