Wie funktioniert eine Nähmaschine?

Mit einer Nähmaschine wird eine fehlerfreie, gleichmäßige Naht erzeugt. Nur, wie funktioniert das? Die meisten Nähmaschinen arbeiten mit zwei Fäden. Solche Maschinen heißen im Fachjargon Zweifadennähmaschinen. Einer der beiden Fäden ist für die Näherin gut sichtbar. Er steckt in der Öse der Nähmaschinennadel und heißt Oberfaden. Der zweite Faden, der Unterfaden, befindet sich auf einer Rolle in einer Spule im Inneren der Maschine und zwar direkt unterhalb der Nähmaschinennadel. Genauer gesagt unter der Stichplatte, in die der Oberfaden beim Nähen eingeführt wird. Beim Nähen werden die beiden Fäden miteinander verknüpft.

Der Nähvorgang mit einer Nähmaschine

Wie funktioniert eine Nähmaschine
By ru:user:NikolayS (ru:Файл:Lockstitch.gif) via Wikimedia Commons

Der Stoff liegt beim Nähen auf der Stichplatte und somit dicht unter dem Nähfuß, über dem die Nähmaschinennadel hängt. Beim Maschinennähen wird der Oberfaden mit der Nadel durch den Stoff geschoben. Auf der Unterseite des Stoffs muss sich dabei eine Schlinge bilden, durch die der Unterfaden hindurch geschoben wird.

Sobald die Nadel den Oberfaden durch den Stoff geschoben hat, übernimmt ein Greifer den Faden.

Der Greifer bildet einen dreiviertel Kreis um die Rolle im inneren der Maschine, auf der der Unterfaden aufgerollt ist. Da der Greifer um diese Rolle rotiert, wird bei jeder Rotation der Unterfaden durch die Schlaufe im Oberfaden geschoben.

Vorbereitung für das Nähen

Damit eine Nähmaschine tatsächlich eine fehlerfreie, gleichmäßige Naht erzeugt, muss einiges beachtet werden.

Stärke und Beschaffenheit des Ober- und Unterfadens

Ober- und Unterfaden sollten die gleiche Stärke und Beschaffenheit haben. Am besten spult man etwas Garn vom Oberfaden auf die Rolle für den Unterfaden. Das funktioniert folgendermaßen: Auf dem Kopfdeckel der Maschine befindet sich ein Spuler. Auf diesen wird die leere Rolle für den Unterfaden gesteckt. Zuvor hat man das Garn des Oberfadens in ein kleines Loch in der Rolle gefädelt und einige Male um die Rolle gewickelt.

Das Garn sollte von der Garnrolle durch die Fadenführung – diese befindet sich ebenfalls auf dem Kopfdeckel der Maschine – geleitet werden. Um den Spuler zu aktivieren, wird das Handrad seitlich ein Stück aus der Maschine gezogen. Nun kann das Garn durch Betätigen des Nähmaschinenpedals auf die Rolle gespult werden.

Fadenspannung

Die Maschine sollte außerdem so eingestellt sein, dass Ober- und Unterfaden den gleichen Widerstandsgrad beim Nähen haben. Dafür gibt es auf dem Kopfdeckel der Maschine ein Fadenspannungseinstellungsrad. Hiermit wird die Fadenspannung für den Oberfaden reguliert. Für die Einstellung der Spannung des Unterfadens befindet sich an der Spule, in der der Unterfaden liegt, eine kleine Schraube. Durch Drehen der Schraube kann die Fadenspannung gelockert oder verstärkt werden. Ob die Fadenspannung der beiden Fäden tatsächlich gleich ist, kann durch einfaches Ziehen an den Fäden oder durch eine Probenaht getestet werden.

Funktionsweise der Nähmaschine

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