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Gaskamin ohne Schornstein – geht das auch in Innenräumen?

Der allgemeine Wissensstand geht dahin, dass ein Kamin einen Schornstein benötigt, um betrieben zu werden. Schließlich kommt die Frage auf, wie es möglich ist, einen Kamin ohne Schornstein zu betreiben, ohne sich der Gefahr von Vergiftung oder Erstickung durch Abgase auszusetzen. Allerdings gibt es im Bereich der Gaskamine Modelle, bei denen es aufgrund eines speziell hierfür entwickeltem Abgassystems möglich ist, einen Gaskamin ohne Schornstein nutzen zu können.

Gas als Brennstoff beim Gaskamin

Gaskamin ohne Schornstein - geht das?Man unterscheidet hier grundsätzlich die Gase Propangas, Erdgas und Flüssiggaspatronen. Das Modell des Kamins entscheidet letztendlich über die Brennstoffzufuhr. Eine Kombination des Gaskamins mit dem Erdgasanschluss – sofern im Haus vorhanden – ist möglich. Gaskamine, die eine Flüssiggaspatrone verwenden, haben eine Betriebszeit zwischen 24 und 26 Stunden.

Zwar sind Gaskamine im Vergleich zu normalen Kaminöfen, die mit Brennholz betrieben werden recht kostspielig, der Vorteil liegt aber darin, dass kein Schornstein für den Betrieb notwendig ist, wie das bei allen anderen Festbrennstoffen der Fall ist. Da Gaskamine zur Abgasabfuhr keinen Schornstein benötigen, verfügen sie über ein vollständig geschlossenes Abgassystem. Das Feuer sowie das verbrannte Gas werden durch eine Glasscheibe vollständig zum Raum abgetrennt, weshalb es zu keinen gesundheitlichen Gefahren kommen kann.

Die Abluft, die durch den Verbrennprozess entsteht, wird mit Hilfe einer speziellen Belüftung nach außen geleitet. Der durch die Verbrennung entstehende Feinstaubanteil ist signifikant gering. Die sich daraus ergebenden niedrigen Emissionswerte ermöglichen dadurch die alternative Abgasabfuhr.

Alles per Knopfdruck

Ähnlich wie bei einem Gasherd, werden bei einem Gaskamin mehrere hintereinandergeschaltete Gasleistungen nacheinander per Knopfdruck geschaltet. Das bedeutet: niedrige Gaszufuhr kleine Flamme, hohe Gaszufuhr große Flamme und dementsprechende Heizleistung.

Das spezielle Abgassystem ist durch eine Kombination aus Luftzufuhr und Abluft gekennzeichnet, das durch die Wand geführt wird. Es wird lediglich ein Gas benötigt, dass ohne Rückstände vollständig verbrannt werden kann. Denn wenn durch die Verbrennung keine Rückstände zurückbleiben, muss auch nichts durch einen Kamin abgeleitet werden.

Fazit – Gaskamin ohne Schornstein – geht das?

Ein Gaskamin ist in jedem Fall sinnvoll, wenn es kein Schornsteinanschluss vorhanden ist. Dazu sind die Gaspreise zurzeit relativ niedrig. Die Kosten pro Stunde Betrieb eines Gaskamins bei einer durchschnittlichen Heizleistung von 6kW betragen in etwa 55-60 Cent. Ein weiterer Pluspunkt ist der hohe Wirkungsgrad. Dieser liegt bei etwa 70%. Es gibt eine Vielzahl von Gaskaminen in einem Nennwärmeleistungsbereich von 3 bis 8 kW. Man sollte jedoch nicht darauf verzichten, beim zuständigen Bezirksschornsteinfeger nachzufragen, ob der Betrieb eines Gaskamins ohne Abgasanschluss und Schornstein möglich ist und sich im besten Fall auch eine Freigabe einholen.