Unterschied zwischen relativer und absoluter Luftfeuchtigkeit?

Mit Luftfeuchtigkeit ist der Anteil an Wasserdampf gemeint, der in der Luft enthalten ist. Dieser Anteil wird von Meteorologen in zwei verschiedenen Größen angegeben. Die absolute Luftfeuchtigkeit gibt den tatsächlichen Wasserdampfgehalt, der aktuell in der Luft vorhanden ist an. Die Maßeinheit ist g/m³, das will sagen, wie viel Gramm Wasser sich in einem Kubikmeter Luft befinden.

Luft kann aber nur einen begrenzten Anteil an Wasserdampf aufnehmen. Die relative Luftfeuchtigkeit ist der tatsächliche Wasseranteil bezogen auf dieses physikalisch mögliche Maximum.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Wenn die maximale Feuchtigkeit in der Umgebungsluft z. B. 20 g/m³ beträgt, tatsächlich aber nur 10 g/m³ in der Luft vorhanden sind, liegt die relative Luftfeuchte bei 50 %.

Relative Luftfeuchtigkeit und Temperatur

Luftfeuchtigkeit Hydrometer

Die Menge an Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf, die von der Umgebungsluft aufgenommen werden kann, ist maßgeblich von der Lufttemperatur abhängig. Das Feuchtemaß folgt folgenden Gesetzmäßigkeiten:

  • Warme Luft vermag mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte Luft. Ein Beispiel: Bei 20 °C kann die Luft 17,3 g/m³ Wasser bis zum Überschreiten der maximalen Sättigung aufnehmen. Dieser Sättigungsgrad wird unter Meteorologen als Taupunkt bezeichnet.
  • Umgekehrt gilt: Je kälter die Luft, desto weniger Wasser kann sie bis zum Erreichen der maximalen Luftfeuchtigkeit aufnehmen.

Daraus folgt: Wird das Aufnahmevermögen von Feuchtigkeit in der Raumluft überschritten, ist der sogenannte Taupunkt erreicht. Das bedeutet, der Wasserdampf kondensiert und es bildet sich Kondenswasser in Form von Tau, Nebel oder Wassertröpfchen.

Die Bedeutung der Luftfeuchtigkeit für das menschliche Wohlbefinden

Zu hohe Luftfeuchtigkeit kann die menschliche Gesundheit beeinträchtigen. Eine direkte Folge von zu hoher Luftfeuchtigkeit ist zum Beispiel eine verzögerte Verdunstung von Schweiß auf der Haut. Der Mensch reguliert seine Körpertemperatur durch Schwitzen. Die Verdunstung von Schweiß auf der Haut hat einen kühlenden Effekt.

Da die Luft nur eine begrenzte Menge an Feuchtigkeit aufnehmen kann, verdunstet Schweiß wesentlich langsamer, wenn die Luftfeuchte schon hoch ist. Dadurch wird die Kühlung des Körpers erschwert bzw. unmöglich. Das hat zur Folge, dass der Körper seine Temperatur nicht mehr richtig regulieren kann. Ein negativer Effekt, der bei vielen Menschen Kreislaufbeschwerden verursachen kann.

Zu hohe Luftfeuchtigkeit kann auch indirekt problematisch werden. In Wohnräumen kann sich Kondenswasser an den Zimmerwänden niederschlagen. Dann bildet sich oft Schimmel. Dieser gibt gesundheitsschädliche Sporen an die Raumluft ab. Das, kann bei Menschen bestimmte Symptome oder Krankheiten wie Atemwegsbeschwerden, allergische Reaktionen, Asthma, Bronchitis oder Husten auslösen.

Umgekehrt kann auch zu trockene Luft die Gesundheit beeinträchtigen. Die Feinstaubbelastung steigt. Reizhusten, Augenreizungen und Allergien können die Folge sein.

Zusammenfassung und Fazit

Die optimale Luftfeuchtigkeit ist ein wichtiger Wohlfühlfaktor für Menschen. Insbesondere in Wohn- und Arbeitsräumen kommt der relativen Luftfeuchte eine wesentliche Bedeutung zu. Damit sich der Mensch wohlfühlt, sollte die relative Luftfeuchte in Wohnräumen optimalerweise zwischen 40 % und 60 % liegen.

Tipp: Um in jedem Raum die optimale Luftfeuchte zu erhalten, sollte mithilfe von Hygrometern* zunächst die Feuchtigkeit im Raum gemessen und anschließend entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Dazu gehört auch ausreichend lüften.